Über uns
Was will die DIDF-Jugend?
Gegen die gemeinsamen Probleme, Sorgen und für die gleichen Interessen und Bedürfnisse versuchen wir als DIDF-Jugend durch unsere Aktivitäten eine Brücke zwischen “in- und ausländischen” Jugendlichen aufzubauen. Die DIDF-Jugend bietet denjenigen Jugendlichen eine Basis, die sich entschlossen gegen Rassismus, Sozialabbau, Bildungsklau und Zukunftslosigkeit stellen wollen.
Behauptungen wie es gäbe einen “Kampf der Kulturen” oder “Konflikte zwischen den Religionen” widersprechen wir entschieden. Wir sind der Meinung, dass diese Behauptungen nur das Ziel haben, uns zu spalten und Hysterie und Vorurteile zu schüren. Aus diesem Grund stehen wir für ein “Miteinander statt Nebeneinander”, damit alle gegenseitigen Vorurteile und Ängste abgebaut werden. Wir stehen für eine Welt ohne Rassismus, Nationalismus, Ausgrenzung und Ausbeutung. Was wir brauchen ist eine Gesellschaft, die jedem das Recht auf Arbeit und anständige Bildung sichert. Wir akzeptieren es nicht, dass Unternehmen kaum noch Steuern zahlen, während bei den einfachen Arbeitern, Arbeitslosen usw. weiter gekürzt wird. Es spielt für uns keine Rolle, welcher Herkunft jemand ist oder welcher Religion er angehört. Wenn wir eine soziale, friedliche und gerechte Gesellschaft wollen, müssen wir gemeinsam dafür einstehen. Wer glaubt, es würde sich alles von alleine zum Besseren wenden, kann lange warten. Wir sind uns aber auch bewusst, dass niemand alleine den bestehenden Verhältnissen entgegentreten kann. Nur organisierte Menschen, die dem gemeinsamen Ziel von einer besseren Zukunft nach ihren eigenen Wünschen entgegenstreben, sind in der Lage zu verändern.
Ausbildung und Arbeit
Artikel 12 Abs. 1 GG: “Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen.” Nähme man das Grundgesetz beim Wort, dann müsste es eigentlich für jeden arbeit- und ausbildungssuchenden Jugendlichen eine Arbeit bzw. Lehrstelle geben sowie ein Überangebot an Ausbildungs- und Arbeitsstellen herrschen, um eine halbwegs freie Berufswahl gewährleisten zu können. Stattdessen kämpfen die zuständigen Behörden und Ministerien regelmäßig mit den Statistiken, um sich am Jahresende einem rechnerischen Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage an Arbeits- und Ausbildungsplätzen vor der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Es heißt immer wieder, die Arbeitslosen oder die Arbeitslosigkeit seien das Problem. Wir dagegen denken, dass das Problem nicht bei der Arbeitslosigkeit liegt, sondern vielmehr an den bestehenden Verhältnissen, die immerzu Arbeitslose produzieren. Anstatt die Wirtschaft an die Bedürfnisse und an das Wohl der Menschen anzupassen, werden wir gezwungen, uns dem sich immer weiter verschärfenden Konkurrenzkampf der Konzerne unterzuordnen. Arbeitslosigkeit darf und kann nicht zu unserem Schicksal werden. Deshalb fordern wir als DIDF-Jugend:
Arbeit- und Ausbildungsplätze jetzt und für alle!
Bildung
Überfüllte Klassen, dauernd ausfallende Unterrichtsstunden, Lehrermangel, altes Schulmaterial und mangelnde Technik prägen das Bild unserer Schulen. Es werden keine selbstständig denkenden und Entscheidungen treffenden Jugendlichen, die ein hohes Grad an Allgemeinbildung haben, sondern passive Ja-Sager hervorgebracht. Profilbildung und ähnliche Maßnahmen verstärken die bestehenden Ungerechtigkeiten an unseren Schulen, so dass nur “gute” Schüler oder die, die genug Geld haben, sich z.B. Nachhilfe leisten können, die Möglichkeit haben, bessere Schulen zu besuchen. Damit wird die Bildung mehr und mehr zum Privileg der Reichen. Vor allem “ausländische” Jugendliche haben erhebliche Probleme in der Bildung. Ein beträchtlicher Teil von ihnen geht ohne einen Abschluss von der Schule. Doch ohne Abschluss hat man kaum eine Chance, einen Ausbildungsplatz zu finden. Dieses fundamentale Problem wird fast völlig ignoriert. Deshalb fordern wir als DIDF-Jugend:
Chancengleiche Bildung für alle
Kostenfreie Bildung für alle!
Mehr Fördermittel und Möglichkeiten!
Studium
An den Hochschulen sieht das Bild nicht wesentlich anders aus. Überfüllte Hörsäle, schlechte Materialien usw. sind nur ein Teil der Probleme an den deutschen Universitäten. Hochschulen sind selbst wie Unternehmen aufgebaut und vermitteln fast nur noch Wissen, das für Unternehmen relevant sind. Die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen ist ein weiterer Beweis dafür. Mit alten Idealen von einer Universität, die einen Menschen zu einem selbständigen und weltoffenen Bürger machen sollte, ist längst gebrochen. Durch Studiengebühren, die es für “Langzeitstudierende” inzwischen in fast allen Bundesländern gibt, können immer weniger Jugendliche sich das Studium leisten. Allgemeine Studiengebühren sind in vielen Bundesländern inzwischen Realität. Viele müssen neben dem Studium arbeiten gehen, um sich ihre Ausbildung zu finanzieren. Studenten, die aus Arbeiterfamilien stammen, sind am stärksten von Studiengebühren betroffen. So darf es nicht weitergehen! Wir fordern:
Keine Studiengebühren
Keine Elitenbildung
Demokratische und solidarische Hochschulbildung für alle!
Gemeinsam für Arbeit, Bildung und Zukunft
Heutzutage reden alle Parteien und ihre Politiker von der verlorenen Generation. Aber für die Zukunft der Jugend tut keiner etwas. Im Gegenteil! Entscheidungen, die uns Jugendliche unmittelbar angehen, werden über unsere Köpfe hinweg getroffen. Es sind schöne Versprechen und Lügen, die niemals in Erfüllung gehen.
Wirtschaft und Politik sind dafür verantwortlich, dass immer mehr von uns keine Ausbildungs- und Arbeitsplätze bekommen. Sie sind ebenfalls dafür verantwortlich, dass immer mehr von uns keine vernünftige Bildung erlangen und nach dem Schulabschluss der “Sieh-zu-wie-du-klar-kommst”-Lage ausgesetzt werden.
Die Zeiten des Hoffens und Wartens sind vorbei. Es ist Zeit, unser Schicksal in unsere eigenen Hände zu nehmen. Wie in der Vergangenheit, so werden auch heute die Rechte nicht geschenkt, sondern erkämpft!
Deswegen meinen wir als DIDF-Jugend:
Statt Hoffen und Warten den Kampf für eine bessere Zukunft starten!
Einbürgerung
In der Bundesrepublik leben über sieben Millionen Menschen (ca. 8,8 % der Gesamtbevölkerung) mit nicht-deutscher Staatsangehörigkeit. Unter ihnen gibt es sehr viele Jugendliche der zweiten und dritten Migrantengeneration aus der Türkei. Etwa die Hälfte von diesen Menschen lebt schon seit mehr als 10 Jahren hier. Mittlerweile ist Deutschland ihr Lebensmittelpunkt und sie sind unumstritten ein Teil dieser Gesellschaft. Trotz dieser Tatsache, werden diese Menschen nicht als vollwertige Bürger dieses Landes angesehen. Obwohl viele von ihnen auch hier geboren und aufgewachsen sind, werden sie dennoch als “Ausländer” und “Gastarbeiterkinder” abgestempelt. Durch Sonderregelungen und Gesetze, wie z.B. dem Ausländergesetz, werden klare Trennlinien zwischen Menschen deutscher und nicht-deutscher Herkunft gezogen. Dies führt zur Isolation von Minderheiten und zur Spaltung der Gesellschaft.
Auch das neue Einbürgerungsgesetz ist voller Hürden und ist keine Antwort auf die Bedürfnisse der breiten Massen:
Deshalb sagen wir als DIDF-Jugend “Weg mit den Sonderregelungen und dem Ausländergesetz”. Wir forden:
Einbürgerung und gleiche Rechte für alle, die ihren Lebensmittelpunkt hier haben!
Weder deutscher Rassismus …
Schon immer wurden Menschen nicht-deutscher Herkunft bei politischen und sozialen Diskussionen und Problemen als Sündenböcke aus der Trickkiste der Politik hervorgeholt. Der Staat und bürgerliche Parteien spielen mit ihrer Spalte- und Herrsche-Methode gesellschaftliche Gruppen gegeneinander aus, um von Problemen wie wachsender Arbeitslosigkeit und ungerechter Verteilung des Reichtums abzulenken.
Dubiose Diskussionen um das “Kopftuch in Schulen”, ewig kriminelle Ausländerkids und “nützlich” und “schädliche” Ausländer stärken Vorurteile der Deutschen und erinnern Nichtdeutsche daran, dass sie hier “Fremde” sind.
Diese Vorgehensweise der Herrschenden ermutigt rassistische Organisationen und Parteien, noch aggressiver und offener aufzutreten. Die täglichen Übergriffe auf so genannte “Ausländer” sind unter anderem die Folgen dieser Spaltungspolitik.
…noch türkischer Nationalismus
Die Spaltungspolitik wird aber nicht nur Seitens der deutschen Seite betrieben, auch der türkische Staat beteiligt sich an der Hetze. Dieser versucht Mittels seiner Vereine und Institutionen in der Bundesrepublik mit nationalistischen und religiösen Parolen, die von der deutschen Politik ausgegrenzten Menschen aufzufangen. Auf Rassismus und Ausgrenzung antwortet der türkische Staat mit dem Aufruf zur Rückbesinnung auf die nationale Identität. Auf beiden Seiten werden Vorurteile und Hass geschürt. Die Alternative zum Rassismus kann nicht der Nationalismus sein. Deswegen lautet das Motto der DIDF-Jugend:
Weder deutscher Rassismus,
noch türkischer Nationalismus
Unsere Zukunft ist Internationalismus!
Für eine friedliche Welt
Seit dem Kosovo-Krieg ist die Bundeswehr wieder auf fremden Boden aktiv. Die Lügen einer “Verteidigungsarmee” sind endgültig aufgedeckt. Hinter der Bemerkung des Verteidigungsministers Struck “Deutschlands Sicherheit wird auch am Hindukusch verteidigt” steckt der Drang der deutschen Wirtschaft, überall und jederzeit militärisch das durchsetzen zu können, was sie politisch nicht schafft. Dazu wird auch eine EU-Armee aufgebaut, die bald der US-Armee in nichts nachstehen wird. Beim Überfall der USA und ihrer Verbündeten auf Afghanistan und Irak wurden Zehntausende unschuldige Menschen ermordet. Angeblich um den Terror zu bekämpfen und die welteite Sicherheit zu fördern. In Wirklichkeit aber ging es darum, die Ölreserven im Nahen Osten zu sichern und Einflußgebiete für die US-amerikanische Wirtschaft zu erschließen. Wie in der Vergangenheit, so auch heute, sind Kriege niemals im Interesse der einfachen Menschen.
Politische Bildung
Um all die Dinge, die oben angerissen wurden, noch besser zu verdeutlichen, veranstaltet die DIDF-Jugend Diskussionsveranstaltungen, Foren und weiterbildende Seminare. Hier diskutieren wir über aktuelle Themen, versuchen die Gesellschaft, in der wir leben, besser zu begreifen und bilden uns politisch weiter. Dabei verstehen wir politische Bildung nicht als Anhäufung von Daten und Theorien, sondern als einen lebendigen Bestandteil unserer täglichen Auseinandersetzung in allen Bereichen des Lebens.
Kultur
Nicht nur politische Arbeiten stehen auf dem Plan der DIDF- Jugend, auch kulturelle Aktivitäten machen einen großen Teil der Bestrebungen aus. Die Ortsgruppen sind stets bemüht, ihre Theater-, Musik-, Literatur-, Filmgruppen usw. auszubauen. Wir versuchen mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, der völligen Kommerzialisierung und Verstümmelung der Kultur entgegenzuwirken. Kultur muss wieder uns allen gehören. Die Gruppen sind offen für Anregungen und Ideen. Auch du kannst mitmachen.
Festival
Nach den Jugendkulturfestivals “Gemeinsam Verändern” 1999 und 2000, gab es 2004 “Für Zukunft und Frieden” wieder Festivals in mehreren Städten in Deutschland. 2008 hat die DIDF-Jugend ein bundesweites Kulturfestival in Köln organisiert, an dem rund 2000 Jugendliche teilgenommen haben.
Die Veranstaltungen, die regelmäßig durchgeführt werden, sollen die kulturelle Vielfalt und die Kreativität der deutschen und nicht-deutschen Jugend unter einen Dach bringen. Ob Musik oder Malerei, ob Theater oder Literatur, diese Arbeit ist für uns gleichbedeutend mit der Anstrengung, das Leben zu begreifen und es zu verändern. Diese gemeinsame Absicht war es, die die Jugendlichen während der gesamten Festivals erfolgreich zum Ausdruck brachten und auch auf den kommenden Festivals bringen werden.
Sport
Sport sollte nicht als ein Mittel für mehr Profite und zur Austragung von Konkurrenzkämpfen und Nationalismus missbraucht werden. Wir sehen in sportlichen Aktivitäten die Möglichkeit, Freundschaften aufzubauen und sie zu stärken. Sport treibt man nicht, um reich zu werden oder um den Gegner zu besiegen, sondern um gemeinsam Spaß zu haben, Teamgeist zu entwickeln oder einfach fit zu bleiben. Mindestens einmal im Jahr organisiert die DIDF-Jugend in verschiedenen Städten Turniere. Anfang 2003 hat die DIDF-Jugend in ca. 20 Orten Hallenfußballturniere durchgeführt und hat mehr als 2000 Jugendliche unterschiedlicher Herkunft zu freundschaftlichen und fairen Spielen zusammengebracht. Seitdem gibt es in vielen Gruppen Fußballmannschaften, die regelmäßig mit dem Ziel trainieren, Freundschaft und Solidarität auf den Fußballplatz zu bringen.
Jugendcamp
Jedes Jahr veranstaltet die DIDF-Jugend Sommercamps, auf denen sich Hunderte von Jugendlichen aus verschiedenen Ländern für 10 Tage treffen. Hier hat man die Gelegenheit, andere Jugendliche kennenzulernen, Freundschaften zu schließen und in einer großen Gemeinschaft einen unvergeßlichen Urlaub zu verbringen. Auf dem Programm der Camps stehen neben diversen Arbeitsgruppen zu allen erdenklichen Themen, Diskussionen, Foren, Seminare, Vorlesungen, Ausflüge sowie kulturelle und sportliche Aktivitäten. Während des Camps vergeht kein Tag ohne Sportturniere, Theatervorführungen und Konzerte. Ausserdem organisiert die DIDF-Jugend seit 2002 in den Osterferien Treffen für die “DIDF-Sterne”. Als “DIDF-Sterne” wird die Gruppe von Kindern und Jugendlichen zwischen 11 bis 14 Jahren bezeichnet.
Junge Stimme
Junge Stimme ist unsere Jugendzeitschrift, die wir alle zwei Monate herauszubringen. Es wird von Jugendlichen für Jugendliche gemacht. Hier könnt Ihr lesen, welche Meinung und Stellungnahme die DIDF-Jugend zu aktuellen Ereignissen hat. Die Junge Stimme versteht sich als ein offenes Sprachrohr für Jugendliche. Denn jeder hat hier die Möglichkeit, eigene Beiträge durch Artikel, Fotos, Gedichte, Interviews, Kritiken usw. zu veröffentlichen. Je mehr sich am Entstehen der Zeitschrift beteiligen, umso vielfältiger kann sie werden und umso mehr Leute kann sie erreichen. Die Junge Stimme kann auch zur deiner Stimme werden. Ein kostenloses Probeexemplar kann unter der Kontaktadresse angefordert werden.
Jetzt organisieren!
Um eine menschenwürdige und lebenswerte Zukunft zu gestalten, haben wir eine einzige Chance: Uns verbünden und gemeinsam für unsere Zukunft kämpfen! Wir Jugendliche, egal welcher Herkunft, die wir tagtäglich den selben Problemen ausgesetzt sind, die gleichen Sorgen haben, dasselbe Leben teilen und der gleichen Zukunft entgegenstreben, brauchen Veränderungen. Um eine Welt nach unseren eigenen Vorstellungen aufbauen zu können, müssen wir alle nationalen, religiösen und sonstigen Grenzen sprengen und uns aktiv für unsere Rechte und Bedürfnisse einsetzen. Eine andere Alternative haben wir nicht!
Mach mit bei der DIDF-Jugend!
Denn nur gemeinsam sind wir stark!